Freitag, 17. März 2017

Eureka! Northern Hill BTC RS


 
Der Frühling ist da. Ostern und jede Menge Feiertage, die ein langes Wochenende versprechen, stehen vor der Tür. Und damit kann die Campingsaison beginnen. Für alle, die noch ein Familienzelt suchen, habe ich eine Empfehlung für Euch:

 

Eureka! Northern Hill BTC RS sand 

 

 


Das King-Size Familienzelt bietet Platz für 4 Personen, hat mehrere große Eingänge und einen fest eingehnähten Boden, der mit einem zusätzlichen einzippbaren Boden ergänzt wird. Das Besondere an dem Zelt: es ist trotz Größe aufblasbar und somit schnell aufgestellt und wieder verpackt.

 

Eigenschaften


-       Familienzelt für 4 Personen
-       Schlafraum durch Trennwand in zwei Kabinen teilbar oder als großer Raum nutzbar
-       Stehhöhe 200 cm, selbst für große Menschen sehr komfortabel
-       Acht große Fenster
-       Heller Innenraum
-       Technische Baumwolle
-       Warme Atmosphäre
-       Aufblasbare Gestängekanäle, dadurch schneller Aufbau
-       Wind- und Wetterfest
-       7 Organizer Fächer für Kleinigkeiten

 
1899,95 €

 

Technische Details


-       Gewicht: 35,9 kg
-       4 Personen 

-       Länge außen: 635 cm
-       Breite außen: 330 cm
-       Höhe außen: 210 cm
 

-       Länge innen: 220 cm
-       Breite innen: 300 cm
-       Höhe innen: 200 cm 

-       Packmaß:  79 x 52 cm
 

-       Eingänge: 3
-       Lüfter: 9
-       Wassersäule: 1000 mm
-       Wassersäule Boden: 4000 mm
-       Gestängematerial Aeris (aufblasbar)
-       Inklusive Luftpumpe, die mit den enthaltenen Adaptern auch für andere Dinge geeignet ist (Schlauchboot, Luftmatratzen, Reifen usw.)

 

Kaufgrund


Für uns waren Größe und Stoff entscheidend.
Es eignet sich für 4 Personen und bietet nicht nur genug Platz zum Schlafen, sondern auch zum Aufhalten im Innenraum, wenn es mal regnet. Ein kleiner Tisch und 4 Stühle finden genug Platz.

Da wir bereits zuvor ein kleineres Zelt aus technischer Baumwolle benutzt haben, sollte es auf jeden Fall wieder ein Zelt aus technical Cotton sein. Das macht das Zelt zwar schwerer, wirkt aber natürlicher und die Luft im Innenraum ist angenehmer und frischer als in Zelten aus künstlichen Stoffen.  

Wir hatten das Zelt bei Globetrotter aufgebaut im Laden stehen sehen und haben gleich gedacht: Das ist es! Design, aufblasbares Gestänge, viele Organisationsfächer, große Schlafkabine, die sogar trennbar ist und schön hell durch viele Fenster. Die Entscheidung ist trotz hohem Preis nicht schwer gefallen. Und es hat sich gelohnt. Der Sommerurlaub kann kommen.


 

 

Aufbau


Durch die Luftkanäle, die bloß aufgepumpt werden müssen, ist das Eureka! Northern Hill BTC RS im Gegensatz zu anderen mit Alugestänge schnell aufgestellt. Eine Aufbauanleitung liegt bei, aber wenn man das einmal gemacht hat, braucht man sie nicht mehr. Ihr solltet sie trotzdem beherzigen, denn es gibt einen entscheidenden Punkt zu beachten.
Macht nicht den gleichen Fehler wie ich:
Einfach aufpumpen und fertig, habe ich mir gedacht und losgelegt. Nachdem die ersten zwei Säulen dann voll Luft waren, kam ein Nachbarcamper vorbei, der ebenfalls mit einem Aeris-Zelt angereist war, und hat mich gefragt, ob man bei unserem Zelt denn nicht zuerst den Boden spannen müsse. Fragezeichen auf meinem Gesicht ??? Äh, keine Ahnung. Der im Laden hat gesagt, einfach nur aufpumpen. Ok, Peinlichkeit hingenommen, Luft wieder rausgelassen und gerade nochmal so davon gekommen. Danke, Herr Nachbar.

Aufgebaut wird in zwei Schritten.

1.    Boden spannen
 
 
 
 

2.    Säulen aufpumpen, außen beginnen

 



 
 

Die Hubpumpe ist zwar relativ klein und niedrig, aber die Anschlüsse werden verriegelt und der Schlauch löst sich nicht während die Luft einströmt. Außerdem kann in beide Richtungen Luft fließen, so dass die Säulen beim Abbau auch wieder komplett entleert werden. Das ist auch gut so, weil die Einlässe mit einem Ventilverschluss gesichert werden. Die Luft strömt also nur aus, wenn man das Ventil nach innen drückt. Mit der Pumpe wird die restliche Luft dann abgepumpt.

Von der Zeit her ist der Aufwand aber schon etwas höher als in der Werbung angegeben. Unter wenigen Minuten verstehe ich nicht länger als eine Viertelstunde. Wir haben aber schon länger gepumpt, das ist anstrengend und ich brauchte auch mal eine Pause. Außerdem gehört zum Zeltaufbau noch mehr als nur das bloße Aufstellen, die Hülle muss ja auch gespannt und befestigt werden. Also rechnet mal mit einer guten halben Stunde für alles.  
 
 

 

Die Vorgehensweise ist in der Anleitung auch auf Deutsch beschrieben. Man kann eigentlich nichts falsch machen und es geht wirklich schnell. Die Heringe müssen natürlich trotzdem eingeschlagen werden, aber falls es mal regnet, sitzt man schnell wieder im Trockenen.

 

Platz und Komfort


Das Eureka! Northern Hill BTC RS sand ist riesig und für 4 Leute wie gemacht. Die Schlafkabine bietet Platz für 4 Luftmatratzen, die auch gut nebeneinander passen, ohne an die Zeltwände zu drücken. Die Innenkabine besitzt noch eine Trennwand, die wahlweise auch entfernt werden kann. Zuerst fand ich das super, weil wir da als Eltern auch mal von den Kindern getrennt schlafen konnten, aber letztendlich haben wir die Wand offen gelassen, weil der Raum dann einfach geräumiger und angenehmer wirkt.




Auch außerhalb des Schlafraumes bleibt genug Platz zum Wohnen, auch wenn’s mal regnet. Wir haben noch einen Schrank untergebracht und trotzdem noch genug Platz für Tisch und Stühle gefunden. Jeder, auch mein großer Mann, kann sich hinstellen und ausstrecken. Das ist einfach ein Muss, wenn man seinen Jahresurlaub im Zelt verbringt.

Zudem sind an vielen Wänden Organisationsfächer eingenäht, die groß genug sind, um auch mal einen Kulturbeutel reinzustecken. Trotzdem hängen sie nicht durch das Gewicht zu sehr herunter. Außerdem gibt es Haken und Schlaufen zum Aufhängen von Kleinigkeiten. Das verhindert, das Chaos entsteht.

 

Klima und Wohnqualität


Durch die technische Baumwolle herrscht im Innern immer ein angenehmes Klima. Die Luft zirkuliert super und es fühlt sich fast wie draußen an. Durch den atmungsaktiven Stoff werden Gerüche gut abtransportiert und es muss weniger extra gelüftet werden. Vor allem im Schlafraum kann das Insektennetz geschlossen bleiben und die Luft zirkuliert trotzdem gut. Es riecht natürlich und bleibt frisch, es bilden sich keine künstlichen Gerüche wie das in einigen PVC-Zelten der Fall ist. Auch die Farben sehen natürlich aus. Der sandfarbene Stoff  sorgt dafür, dass alles im Zelt natürlich aussieht und keinen Farbstich bekommt.

Eine Seite kann nach vorne komplett geöffnet werden. Und die zwei Seiteneingänge erlauben den Ausgang dorthin, wo man ihn benötigt. Wenn alles geöffnet ist, zirkuliert die Luft am besten und es wird schön hell im Zelt. Die offene Front erleichtert das Reinigen. Man kann mit dem Besen Dreck einfach hinaus kehren.

Das Zelt ist am besten geeignet, um damit in warmen Gegenden zu campen. Der Stoff nimmt Wasser auf und kühlt dadurch im Sommer das Innere schneller ab. Das merkt man in unseren Breitengraden vor allem abends, sobald die Hitze des Tages verschwindet und die laue Abendluft ankommt. Auch wenn die Sonne mal den ganzen Tag darauf geknallt hat, kühlt es sich abends schnell ab und die Luft wird angenehm kühl. Bei kalten Außentemperaturen hingegen bleibt bei geschlossenen Lüftungsschlitzen zumindest in der Schlafkabine die Luft etwas wärmer. Innen bildet sich bei unzureichender Lüftung Kondenswasser. Das sollte man abtrocknen, bevor man das Zelt einpackt.  

 

Wetterfestigkeit


Mit der Boden-Wassersäule von 4000 mm sind wir ganz zufrieden. Im Sommer regnet es ja selbst in Deutschland doch nicht so viel und wir hatten keine Probleme, auch nach ein paar Tagen feuchtem Wetter und Dauerregen nicht. Der Stoff saugt sich zwar mit der Zeit voll und sieht dunkel aus, aber dicht ist es trotzdem.

Gegen Wind hält es auch wunderbar stand und herabfallende Zapfen und Äste machen den Stoff auch nicht gleich kaputt. Einziges Problem sind eventuelle Harztropfen, die lassen sich nicht gut entfernen und können die Imprägnierung mit der Zeit zerstören.

Mangelhaft finde ich in diesem Zusammenhang allerdings das Eingangskonzept. Die Tür wird mit dem Reißverschluss geöffnet und hochgeklappt oder mit Stangen befestigt. Und da das Zelt von oben nach unten breiter wird, tropft jedes Mal bei geöffneter Tür das Wasser in den Innenraum. Der Türbereich ist bei Regenwetter ständig nass und das Wasser läuft nicht ab. Das nervt. Hier hätte ich mir zumindest ein kleines Vordach gewünscht. So muss man die Tür bei Regenwetter immer geschlossen halten.

 

Materialqualität


Die technische Baumwolle ist ein Polyester- Baumwollmischgewebe, das besonders atmungsaktiv und trotzdem wasserdicht ist. Der Stoff fühlt sich relativ dick an und hat eine schöne Kästchenstruktur. Es handelt sich um ein sogenanntes Ripstop Gewebe, was den Vorteil hat, dass das Material im Falle eines Risses nicht komplett einreißt, sondern nur bis zu einem Kettfaden, dem Ripstop-Faden läuft. Wir hatten zum Glück keinen Riss, aber das klingt beruhigend.

Die Baumwolle kann bis zu 80% Feuchtigkeit speichern. Das kühlt bei heißen Temperaturen den Stoff schneller ab, kann aber auch bedeuten, dass es bei nassem Wetter lange dauert, bis das Zelt getrocknet ist. Wenn die Sonne darauf scheint geht es recht schnell. An schattigen Stellen und dort wo der Stoff richtig nass war, dauert es aber länger. Wir hatten letztes Jahr Glück und konnten es gleich verstauen, allerdings kann es nötig werden, dass man das Zelt nach dem Abbau zuhause nochmal trocknen muss. Was das betrifft, bin ich mit dem Stoff nicht so zufrieden wie mit unserem alten Zelt von Nomad, deren technische Baumwolle noch schneller trocknet.

 

Preis- Leistungsverhältnis


Im ersten Moment habe ich echt gedacht: Boah, das kostet ja fast so viel wie ein ganzer Familienurlaub all inklusive am Strand von Malta. Vor allem, wenn man bedenkt, dass man ein gutes Familienzelt auch schon in der Preisklasse um 500 € bekommt. Aber letztendlich hat sich die Anschaffung rentiert. Das Zelt ist zwar groß und schwer, aber extrem schnell und vor allem einfach aufgebaut, bietet jede Menge Platz, ist sehr gut verarbeitet, hält dicht und stand, trocknet bei Sonne relativ schnell und es herrscht ein angenehmes Klima. Der Stoff ist atmungsaktiv und selbst in der Schlafkabine muss kaum extra gelüftet werden. Vier Leute finden bequem darin Platz, können sogar alle aufrecht stehen und man kommt sich nicht in die Quere. Die Fenster ermöglichen einen Rundumblick und machen den Innenraum schön hell. Insgesamt hat das Zelt mehr Vor- als Nachteile, aber der Preis ist echt happig. Was mich noch gestört hat, war der ungünstig angebrachte Kabelzugang, der sehr weit oben sitzt. Das Stromkabel muss am Zelt nach oben geführt werden, was das Design und das Gesamtbild irgendwie stört. Das finde ich, sollte bei einem Zelt in der Preisklasse mitbedacht werden. Das sieht einfach nach nichts aus, und ich muss das Kabel innen sowieso wieder nach unten führen. Außerdem beschlagen die Innenfenster und an unzugänglichen Stellen trocknet es zu langsam.

 

Fazit

Eureka! Northern Hill BTC RS sand 


Das Eureka! Northern Hill BTC RS ist eine gute Wahl für Familien mit 2-3 Kindern. Auch große Leute können bequem darin stehen, jeder hat ausreichend Platz, die Schlafkabine ist großzügig und kann in zwei Einzelkabinen getrennt werden. Das Zelt ist schnell aufgebaut und auch wieder verstaut, der Stoff lässt Luft durch und hält Wasser gut ab, saugt sich nicht allzu schnell voll und alles ist windfest. Der Wind pfeift auch nicht durch den Stoff nach innen, und das obwohl die schlechte Luft von innen gut abtransportiert wird. Alle Reißverschlüsse lassen sich leicht bewegen und haken nicht, nur im Eingangsbereich muss man aufpassen, dass am Reißverschluss der Stoff nicht zu sehr  gespannt wird. Beim Abbau sollte man gut prüfen, ob das Zelt wirklich überall trocken ist, es gibt einige Stellen, an denen sich vollgesaugte Ecken bilden können, die leicht übersehen werden.

Insgesamt ist das Zelt sein Geld wert. Es sieht schön aus, der Innenraum ist hell und geräumig, ein zusätzliches Lüften ist fast nicht nötig und man hat auch als Familie jede Menge Platz. Das Konzept ist gut durchdacht.  
 
 
 



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